Ernte 2017

Die gesamte Vegetation im Frühjahr war optimal für ein gesundes Pflanzenwachstum. Ausreichend viele Sonnenstunden in der Kornfüllung und Niederschläge passend zur Ausbildung den ertragsbildenden Komponenten, bei gleichzeitig geringen Infektionsdruck von Krankheiten. Nur die Getreidernte ist in diesem Jahr in vielen Regionen sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Noch vor der vollständigen Abreife der Feldfrüchte, hat eine anhaltende Regenperiode den Reifeprozess beschleunigt und den Erntezeitraum durch wenige sonnige Tage verzögert.
Durch die Dauernässe haben viele Bestände schon auf dem stehenden Halm angefangen zu keimen. Dadurch verbraucht das Korn seine Inhaltsstoffe und die Backqualitäten gehen verloren. Die Erträge waren dennoch gut.
So kann innerhalb von 7 Tagen die Arbeit in der Landwirtschaft von einem ganzen Jahr beeinträchtigt werden und macht deutlich wie abhängig wir vom Wetter sind.


Nach der Ernte ist vor der Ernte und kein Jahr ist wie das andere. Deshalb beginnen wir das Ganze mit dem Stoppelumbruch von vorne. Ziel ist hierbei das gleichmäßige Einarbeiten von Stroh, lockern und durchlüften von Verdichtungen in der Erde (Fahrspuren) und das Auflaufen von Unkräutern und Ausfallgetreide herbei zu führen.

 

Feldränder mähen

Jedes Jahr werden die Grünstreifen um die Felder herum gemäht. Das dient einerseits dazu, das keine Ungräser und Unkräuter aussamen und andererseits halten wir Landwirte damit ganz neben bei, auch die Spazier- und Wanderwege für unsere Mitbürger frei und zugänglich. Und das sogar kostenfrei, da die Wirtschaftswege Eigentum der Gemeinde sind und wir Landwirte das ehrenamtlich durchführen.

Die Grünstreifen dienen zum Erhalt der Artenvielfalt und werden deshalb so spät wie möglich erst gemäht, um als Lebensgrundlage für Insekten und Co zu dienen.

Offizielle Breite eines Feldweges liegt bei fünf Meter. Bei asphaltierten Wegen sind es drei Meter Asphaltdecke mit jeweils einem Meter Bankette. Leider nimmt das nicht jeder Landwirt wahr, weshalb man auch immer häufiger sehr schmale Ränder und Wege antrifft.

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Getreidekrankheiten

Für jede Getreideart gibt es spezielle Pilz- und Viruserkrankungen von hoher Bedeutung. Unter Betrachtung der Befallsintensität wird abgewogen ob ein Fungizideinsatz notwendig ist oder nicht. Sollte der zu erwartete Schaden durch den Pilz finanziell stärker ins Gewicht fallen, als die Kosten der Behandlung, so ist eine Bekämpfung empfehlenswert. Durch das eben beschriebene Schadschwellenprinzip lassen sich Ertragsverluste vermeiden und hochwertige, sowie sichere Lebensmittel erzeugen. Alle Krankheiten finden sich auch auf unseren Wiesen, Feldrändern und Hecken wieder, überdauern dort über den Winter und wandern im Verlauf der Witterung in die Getreidebestände ein. Aber auch die Erntereste der Vorfrucht dienen als Sporenlager.
Im Folgenden werden die wichtigsten Krankheiten kurz beschrieben.

 

Septoria tritici

Die bedeutendste Blattkrankheit in Weizenanbau in Mitteleuropa. Bei nicht Beachtung Ausfälle bis 80 %. Unregelmäßige bis ovale Nekrosen auf den Blättern mit gelben Rand sind typische Erkennungsmerkmale. Bei Betrachtung mit der Lupe kann man im fortgeschrittenen Befall die Reifen „Pyknidien“ (Fruchtkörper) deutlich als schwarze Punkte erkennen. Ein Infektion erfolgt nach starken Niederschlagen und einer anhaltenden Blattnässe im Bestand von 48 h. Danach dauert es etwa 21-27 Tage mit einer  durchschnittlichen Temperatur von ca. 10-15 °C bis zur Ausbildung der Krankheitssymptome.

600px-Septoria-triticihttps://de.wikipedia.org/wiki/Septoria

 

Gelbrost

Bei starkem Befall breiten sich über die gesamte Blattspreite in langer streifen förmiger Anordnung die typischen orangegelben Pusteln aus. Darin enthalten sind die reifen Sporen, welche durch den Wind in der ganzen Landschaft verteilt werden können.
Er entsteht im Frühjahr bei feuchtkühler Witterung und braucht von der Infektion bis zur Ausbildung der Pusteln etwa 14 Tage mit eine Temperatur von 15-20 °C.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Gelbrost

 

Ährenfusarium

Der Befallszeitraum beschränkt sich hier auf die Blütephase des Weizens. Bei feucht-schwüler Witterung und starken Niederschlägen ergeben sich optimale Bedingungen für ein Infektion. Der Pilz unterbricht die Versorgungbahnen zur Kornanlage und führt zum Absterben. Folge sind leere Spelzen (Taubährigkeit) und Kümmerkorn. Ab der Milchreife ist der typisch rosafarbene Spurenbelag deutlich an den Spelzen zu erkennen. Zusätzlich bildet der Pilz schädliche Mykotoxine für Mensch und Tier.

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http://www.lfl.bayern.de/ipz/getreide/019000/

 

Ramularia

Krankheitsbild dieses Pilzes entspricht einer sprenkelartigen Nekrose. Zerstörte Blattfläche verursacht, wie bei allen Krankheiten eine reduzierte Photosynthese, schnellere Abreife und kostet somit auch deutlich Ertrag. Sichtbar werden der Symptome nach kühl feuchter Witterung und starke Sonneneinstrahlung.

 

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http://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/ackerbau/ratgeber-pflanzenschutz/wintergetreide-kulturen/wintergerste/fungizide/

 

Gelbverzwergungsvirus in der Gerste

Milde Herbstwitterung und ein früher Aussattermin der Wintergerste fördert den Zuflug von Blattläusen. Diese sind die sogenannten Vektoren für diese Viruskrankheit. Durch die Nahrungsaufnahme der Läuse gelangt das Virus in den Stoffwechsel der Pflanze und infiziert diese. Es beeinflusst die Pflanzen dahingehend, dass die sogeannte „Schossphase“ (Längenwachstum) unterbleibt, das Wachstum stagniert und keine Ähren gebildet werden. Bekämpfung dieser Krankheit ist in der Regel nur durch vorbeugende Maßnahmen, wie z.B. späte Saat, beseitigen von „grünen Brücken“ (Ausfallgetreide, worin Blattläuse überdauern) und unter Umständen bei Befall von Läusen ein Insektizideinsatz.

 

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Netzflecken

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http://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/ackerbau/ratgeber-pflanzenschutz/wintergetreide-allgemein/fotos-von-kranklheiten-und-nichtparasitaeren-symptomen/